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21 Fragen zur Gastroskopie

Was ist eine Gastroskopie?

Eine Gastroskopie (ganz genau eigentlich Ösophago-gastro-duodenoskopie) ist eine Untersuchung, bei der mit einem flexiblen Gerät die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm unter direkter Sicht untersucht werden können.

Das flexible Gerät zur Magenuntersuchung

Wie wird eine solche Untersuchung durchgeführt?

Zumeist in Linksseitenlage wird das mit einem Gleitmittel versehene Gerät unter Fingerschienung oder direkter Sicht über den Mund-/ Rachenraum in die Speiseröhre eingeführt. Eine auf Aufforderung durchgeführte Schluckbewegung erleichtert das Hineingleiten in die Speiseröhre.

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Wann wird eine Magenspiegelung vorgenommen?

Sie erfolgt zur Abklärung der Ursache unterschiedlichster Beschwerden wie z.B. Sodbrennen, Schluckbeschwerden, Oberbauchschmerzen, chronischen Durchfällen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Verdacht auf Blutverlust im Magen-Darmtrakt, Verdacht auf Magenkrebs etc. Spezielle Gründe für eine derartige Untersuchung stellen verschluckte Fremdkörper dar, die mit Hilfe der Gastroskopie wieder entfernt werden können (Extraktion). Weitere Spezialfälle sind die Entfernung von Magen- und Zwölffingerdarmpolypen (Polypektomie), die Entfernung von suspekten Schleimhautbezirken (Mukosektomie), die Behandlung von Krampfadern (Varizen) in der Speiseröhre und im Magen, die Blutstillung eines blutenden Magengeschwürs etc. Eine Gastroskopie wird darüber hinaus zur Kontrolle nach Magenoperationen, zur Überwachung nach einer vorangegangenen Magenkrebsoperation, zur Überwachung von Risikopatienten, zum Nachweis oder zur Kontrolle einer Helicobacter pylori Infektion des Magens, zur Kontrolle unklarer Röntgenbefunde etc. eingesetzt.

Wo kann ich so eine Untersuchung vornehmen lassen?

Viele internistische und chirurgische Gastroenterologen bieten diese Untersuchung an. Ihre Adressen können Sie bei den entsprechenden Ärztekammern in Erfahrung bringen. Viele Spitäler führen gastroenterologische Ambulanzen, wo diese Untersuchungen ebenfalls vorgenommen werden.

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Gibt es Gründe, die gegen eine Magenspiegelung sprechen?

Die „Untersuchung mit dem Schlauch“ ist so sicher geworden, dass eine absolute Kontraindikation für diese Untersuchung wohl nur mehr der unkooperative Patient darstellt. Vorsicht geboten ist auch bei Patienten mit sprachlichen Verständigungsproblemen, da diese – trotz entsprechender Aufklärung - oft nur unzureichend über die Art und den Sinn der geplanten Untersuchung informiert sind. Situationen, bei denen der Endoskopiker (Arzt, der eine Spiegelung vornimmt) das eventuelle Untersuchungsrisiko gegen die zu erwartende zusätzliche Information abzuwiegen hat, stellen eine akute Speiseröhrenverätzung, das dissezierende Aortenaneurysma, ein kurze Zeit zurückliegender Herzinfarkt, ein Zenkersches Divertikel und ev. eine ausgeprägte Osteochondrose der Halswirbelsäule dar. In diesen Fällen muß oft entschieden werden, ob die Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt, unter anderen Umständen durchgeführt oder durch eine andere Untersuchung ersetzt werden muss.

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Gibt es eine Alternative zur Magenspiegelung?

Ja, die Röntgenuntersuchung des Magens. Sie hat durch den Einsatz der Spiegelung (Endoskopie) viele Indikationen verloren. Sie kann jedoch bei Patienten, die in eine endoskopische Untersuchung nicht einwilligen, vorgenommen werden. Des weiteren lässt sich gelegentlich die postoperative Anatomie (= Gegebenheiten nach einem operativen Eingriff am Magen) besser durch das Röntgen klären. Auch bei Fragen der Motilität (Beweglichkeit) und zur Beurteilung von Verengungen, die mit dem Schlauch nicht zu überwinden sind, ist eine radiologische Untersuchung, wie eben das Magenröntgen, angezeigt.

Worin liegt der Nachteil des Magenröntgens gegenüber der Magenspiegelung?

Hauptsächlich wohl darin, dass beim Röntgen gleichzeitig keine Gewebsentnahmen vorgenommen werden können. Diese Gewebsentnahmen sind inzwischen bei der Gastroskopie zum Standard geworden. Auf diese Art können bösartige Schleimhautveränderungen ausgeschlossen werden. Durch den Keim „Helicobacter pylori“ hervorgerufene Erkrankungen, wie chronische Schleimhautentzündungen oder Geschwüre, können u.a. dadurch festgestellt und entsprechend behandelt werden.

Ist für eine Gastroskopie eine Vorbereitung notwendig?

Der Magen muss für die Untersuchung leer, das heißt, ohne Speisereste sein. Dies erreicht man, indem 6 Stunden vor der Untersuchung keine festen Speisen mehr gegessen werden. Klare Flüssigkeiten (Wasser, Mineralwasser, Tee, schwarzer Kaffee [ohne Milch oder Sahne, da diese im Magen gerinnen]) können bis zu zwei Stunden vor der Untersuchung eingenommen werden.

Kann die Untersuchung durch eine „Betäubung der Rachenschleimhaut“ und eine „Beruhigungsspritze“ erleichtert werden?

Weder eine Rachenanästhesie noch eine Sedierung („Beruhigungsspritze“) sind bei der Magenspiegelung zwingend vorgeschrieben. Wir empfehlen jedoch dieses Vorgehen und 80% unserer Patienten machen davon Gebrauch. Dieses Vorgehen führt zu einer Verminderung der Angst (Anxiolyse), einer Beruhigung (Sedierung) und Stressreduktion. Wir, sowie viele andere Endoskopiezentren, verwenden dafür das Medikament Midazolam, das eine kurze Halbwertszeit hat und für das es mit dem Medikament Anexate auch einen Gegenspieler gibt, der das Beruhigungsmittel Midazolam gegebenenfalls deaktiviert.

Kann eine Sedierung auch bei älteren Patienten vorgenommen werden?

Grundsätzlich ja. Es ist nur mit einer längeren Wirkdauer zu rechnen. Bei älteren Patienten sind durch häufiger vorkommende Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge oft eine Dosisverminderung und auch eine längere intensivere Überwachung der Herz- und Lungenfunktion mittels Pulsoximetrie notwendig. Einige der älteren Patienten bedürfen auch einer längeren Ruhephase nach der Untersuchung. Dieses „Ausschlafen“ kann 3 Stunden und mehr betragen.

Der "Videoturm"

Lagerung der Endoskope

Ist nach einer „Beruhigungsspritze“ etwas zu beachten?

Das Erinnerungsvermögen an die Untersuchung und z.B. das anschließende Ausschlafen kann vermindert sein. Das Reaktionsvermögen, die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zur Bedienung von Maschinen sind herabgesetzt. Verkehrsmittel dürfen einen Tag lang nicht selbst gelenkt werden. Es ist günstig, sich nach der Untersuchung von einer Begleitperson abholen zu lassen.

Ist eine „Beruhigungsspritze“ gefährlich?
Unter Beachtung gewisser Vorsichtsmaßnahmen nicht. Die häufigste Nebenwirkung besteht in einer verminderten Atemfunktion, die durch die Pulsoximetrie (Messung der Herzfrequenz und des Sauerstoffes im Blut) gut überwacht werden kann. Die Gabe des Gegenmittels Anexate hebt dann diese unerwünschte Nebenwirkung wieder auf. Gelegentlich kann auch die kurzzeitige Gabe von Sauerstoff hilfreich sein.

Welche Komplikationen können bei einer Magenspiegelung auftreten?

Die bei der starren und halbflexiblen Endoskopie beschriebenen Perforationen durch das Gerät gibt es bei den jetzigen flexiblen Geräten fast nicht mehr. Blutungen und Verletzungen der Magenwand gibt es fast nur mehr bei der interventionellen Endoskopie, z.B. beim Abtragen großer Polypen, kaum bei der reinen Diagnostik. Die häufigsten Komplikationen betreffen Herz- und Lungenfunktion und sind durch entsprechende (Vorsichts-)Maßnahmen beherrschbar. Insgesamt ist lt. Literatur mit deutlich weniger als einer Komplikation auf 1000 Untersuchungen zu rechnen.

Warum muss vor einer Magenspiegelung eine Aufklärung erfolgen?
Die Magenspiegelung ist bei vielen Krankheitsbildern wegweisend für die Diagnose und damit auch für die Therapie. Sie ist jedoch eine invasive Untersuchung, die mit einem – wenn auch sehr geringen – Risiko behaftet ist. Daher muss jeder Patient über den Grund der Untersuchung, die Untersuchung selbst und die Vor- und Nachteile von Alternativen informiert werden.

Ist die Angabe von Vorerkrankungen vor einer Magenuntersuchung wichtig?
Dies ist außerordentlich wichtig. So wird z.B. dem Patienten bei der Angabe einer Muskelschwäche oder einer Schlafapnoe von einer Sedierung abgeraten werden und die Untersuchung ggf. nicht ambulant, sondern stationär vereinbart werden. Bei Vorliegen einer künstlichen Herzklappe wird ggf. eine einmalige Antibiotika-Prophylaxe erfolgen. Da Sie als Patient nicht wissen können, was von Bedeutung sein könnte, ist es wichtig, dass Sie alle Ihre Vorerkrankungen bekannt geben. Ihr Endoskopiker kann Ihnen nur dann das für Sie beste Vorgehen vorschlagen.

Ist die Bekanntgabe der von mir eingenommenen Medikamente für eine Gastroskopie wichtig?
Für die Kenntnis der eingenommenen Medikamente gilt dasselbe wie für die Vorerkrankungen. Nur durch ihre Kenntnis kann z.B. die richtige Dosierung einer ev. Beruhigungsspritze erfolgen. Bei der Einnahme eines Blutverdünnungsmittels wie z.B. Marcoumar oder Sintrom darf ein eventuell vorhandener Magenpolyp erst nach einer entsprechenden Therapieumstellung abgetragen werden

Ist der hygienische Zustand der zur Untersuchung verwendeten Geräte einwandfrei?
Eine wesentliche Voraussetzung für eine Endoskopie stellt eine adäquate Desinfektion der Geräte dar. Das Zubehör (Mundstück, Zangen, Bürsten, Schlingen) wird im Ultraschallbad gereinigt, im Sterilisator autoklaviert und für jeden Patienten nur einmal verwendet. Die modernen Endoskope sind vollständig in eine Desinfektionslösung einlegbar, sämtliche Kanäle werden über einen entsprechenden Zeitraum mit Desinfektionslösung durchströmt.In unserer Ordination wird die Desinfektion der Endoskope seit 10 Jahren mit vollautomatischen Waschmaschinen vorgenommen, die jeden einzelnen Reinigungs- und Desinfektionsgang exakt überwachen. Derzeit steht die 3. Generation dieser Geräte bei uns im Einsatz.
Die Lagerung der Geräte erfolgt in einem speziellen Trockenschrank, wo die Geräte mit gefilterter Luft durchgeblasen werden, um ein Keimwachstum während der Lagerung zu verhindern.

Wann darf man nach der Untersuchung wieder etwas essen?
Sobald die Wirkung der Rachenanästhesie nachgelassen und man nach einer allfälligen Sedierung wieder ausgeschlafen ist, darf man nach einer diagnostischen Endoskopie wieder etwas essen. Sollte eine Blutung gestillt, ein Polyp abgetragen oder ein Fremdkörper entfernt worden sein, so gelten andere Verhaltensregeln. Hier ist meist eine unterschiedlich lange Nüchternzeit einzuhalten, in der auch eine klinische Überwachung erfolgt.

Wo kann über diese Fragen nachgelesen werden?
Literaturangabe :
Classen Meinhard, Siewert Rüdiger; Gastroenterologische Diagnostik; Schattauer Verlag Stuttgart New York; 1993;
Domschke Wolfram, Koch Helmut; Diagnostik in der Gastroenterologie; Thieme Verlag Stuttgart; 1979;
Hahn Eckhard G., Riemann Jürgen F.; Klinische Gastroenterologie; Thieme Verlag Stuttgart New York; 3.Auflage; 1996;
Hoffmann-La Roche AG; Midazolam Produktmonographie „Basissedation“; Roche Pharma; 1997;
Krenz Klaus; Endoskopie des oberen Verdauungstraktes; Thieme Verlag Stuttgart New York; 2.Auflage; 1982;
Silverstein Fred E., Tygat Guido N.J.; Gastroenterologische Endoskopie; Thieme Verlag Stuttgart New York; 1994

Checkliste für Ihre Wahl der untersuchenden Stelle

Bevor Sie entscheiden, wo Sie eine Endoskopie (Magen- oder Darmspiegelung) durchführen lassen, überprüfen Sie folgende Qualitätskriterien, wie sie von der Österreichischen Krebshilfe und der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) definiert werden:

• Wie viele Endoskopien werden jährlich durchgeführt?

Wie bei jeder anderen Untersuchung, die auch Komplikationen haben kann, sind Sie gut beraten, wenn Sie sich an Institutionen wenden, die viele Endoskopien durchführen (min. 300 jährl.). Denn ein präzises Diagnoseergebnis und die Rate an Komplikationen hängen natürlich von der Erfahrung des untersuchenden Arztes ab. In unserer Ordination werden jährlich rund 1500 Gastroskopien und 1500 Coloskopien durchgeführt.

• Können während der Endoskopie verdächtige Polypen auch gleich entfernt werden?

Wird ein Polyp im Rahmen der Endoskopie entdeckt, kann er in den allermeisten Fällen sofort abgetragen werden. Dies erfolgt aber nur bei endoskopierenden Stellen, die auch die Polypektomie (= Abtragung eines Polypen) durchführen. Um sich im Falle eines Polyps nicht nochmals einer Spiegelung unterziehen zu müssen, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, der Spiegelung und Polypabtragung durchführt.

• Verfügt der Arzt über eine »Waschmaschine«?

Wie bei allen Untersuchungen ist auch bei jeder Endoskopie die Hygiene ein wesentliches Kriterium. Sie sollten daher unbedingt vor der Wahl Ihres Arztes nachfragen, ob ausreichende Einrichtungen zur Säuberung und Desinfektion der Koloskopie-Geräte vorhanden sind. In unserer Ordination erhalten Sie neben dem schriflichen Befund auch eine Kopie des Hygieneprotokolls Ihres verwendeten Untersuchungsgerätes ausgehändigt. Dieses Protokoll garantiert den einwandfreien hygienischen Zustand Ihres Endoskops.

• Wird eine „sanfte“ Endoskopie durchgeführt?

Fragen Sie nach der Möglichkeit einer Prämedikamention und nach der „sanften“ Koloskopie, bevor Sie einen Termin ausmachen!
Wir bieten diese Möglichkeit an und entscheiden im Gespräch mit Ihnen ob diese Massnahme auch für Sie notwendig und geeignet ist. Siehe auch Sedierung und "sanfte Coloskopie" der Österreichischen Krebshilfe und der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH).

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